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Nachdem nun vor einigen Wochen das Insolvenzverfahren gegen Teldafax anlief, werden immer mehr Informationen zur Pleite des Billigstromanbieters bekannt. So sollen die Behörden bereits seit geraumer Zeit von der drohenden Pleite gewusst haben – gewarnt wurden die Kunden nicht.

September 2009. Seit diesem Monat lag dem Hauptzollamt Düsseldorf ein interner Bericht über die Finanzlage des Unternehmens vor. Zu diesem Zeitpunkt schuldete das Unternehmen dem Fiskus bereits 28,3 Millionen Euro – Vermögen war beinahe keines mehr vorhanden. Um den Schein zu wahren, finanzierte sich Teldafax mit dem sogenannten Schneeballsystem: Da via Vorauskasse gezahlt wurde, deckte das Unternehmen laufende Kosten mit den Vorauszahlungen neuer Kunden. Steigt die Kundenzahl folglich nicht stetig, kann sich das Unternehmen nicht mehr weiter finanzieren – die Pleite tritt ein; Anzahlungen aller Kunden sind mit ziemlicher Sicherheit verloren. Folgerichrichtig hätte der Staat die Kunden warnen müssen. Durch ihr schweigen schädigten die Behörden etwa 700.000 Kunden – der Schaden soll sich für diese auf etwa eine halbe Milliarde Euro belaufen.

Doch nicht allein die Behörden tragen Schuld, auch das bisher als glaubwürdig eingestufte Unternehmen Verivox soll in den Skandal verwickelt sein. Der Konzern, der den größten Internettarifrechner zur Verfügung stellt, soll angeblich gegen hohe Provisionen für jeden vermittelten Kunden Teldafax Vorteile gewährt haben. So sollen die Preisstrategien der Konkurrenz weitergegeben und die Platzierung der Tarife des Stromanbieters verbessert worden sein. Ebenso soll Verivox bereits seit längerer Zeit von der schlechten finanziellen Lage des Unternehmens gewusst haben. Die starke Empfehlung der Tarife würde infolgedessen ein schlechtes Licht auf das Unternehmen werfen. Bestätigt sind die Informationen jedoch nicht, Verivox streitet sämtliche Vorwürfe ab – eine genauere Prüfung der Verbindung beider Unternehmen ist jedoch wahrscheinlich.