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Auf einer Betriebsversammlung am 10. Juni forderte die Belegschaft von Opel eine eindeutige Stellungnahme der Unternehmensführung zu den Verkaufsgerüchten.  Demnach erwägt das amerikanische Unternehmen General Motors, seine defizitäre deutsche Tochter abzustoßen.

Die Betriebsversammlung blieb jedoch ohne das gewünschte Ergebnis. Vorstandschef Karl-Friedrich Stracke verweigerte ein klares Dementi und bezeichnete die Meldungen als Spekulation. Anschließend dankte er den Mitarbeitern für ihre ausgezeichnete Arbeit. Zu der Versammlung waren Mitarbeiter von allen deutschen Standorten des Autobauers angereist, die anschließend sichtlich enttäuscht die Versammlung verließen. Stracke hätte nur sagen müssen, bemerkte einer der Angestellten, dass das Unternehmen nicht verkauft würde. Diese Satz habe er verweigert. Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz berichtete, er habe versucht, aus Detroit von der Konzernzentrale von General Motors eindeutige Informationen zu erhalten. Dies sei ohne Ergebnis geblieben.

General Motors kämpft noch immer mit der eigenen Zahlungsunfähigkeit und konnte in den letzten Jahren nur durch massive Staatseingriffe gerettet werden, die es in Zukunft nicht mehr geben wird. Aus diesem Grund stellt sich das Unternehmen neu auf und erwägt offenbar, die deutsche Tochter, die seit Jahren in den roten Zahlen ist, abzustoßen. Spiegel und Auto Bild brachten einen chinesischen Investor und Volkswagen als potenzielle Käufer ins Spiel.

Die jüngsten Verkaufsgerüchte erinnern die Mitarbeiter der Adam Opel AG mit Schrecken an die Phase der Unsicherheit der Jahre 2008 und 2009. General Motors geriet durch die Wirtschaftskrise in eine schwere Schieflage. Monatelang buhlten verschiedene Bieter um die deutsche GM-Tochter, wobei sich der Automobilzulieferer Magna durchsetzte. Doch im November 2009 blies GM den Verkauf wieder ab. Als zu wichtig entpuppte sich vor allem die Forschungsabteilung der Tochterfirma.