wirtschaft-infos.de

Aktuelle Informationen aus der Wirtschaft für Arbeitgeber

Seit Einführung des Gesundheitsfonds 2007 wurde nun zum ersten Mal vom Versicherungsamt eine gesetzliche Krankenkasse geschlossen.

Die Krankenkasse City BKK wird zum 01. Juli 2011 ihre Tätigkeit einstellen, weil die Ausgaben die Einnahmen übersteigen. Der Präsident des Bundesversicherungsamtes (BVA) Maximlian Gaßner begründete die Schließung mit der auf Dauer nicht mehr sichergestellten Leistungsfähigkeit der City BKK.

Schon im letzten Jahr im Sommer wurde über wirtschaftliche Schwierigkeiten und eine Schließung der Krankenkasse wegen hoher Überschuldung spekuliert. Die City BKK hatte mit einem Sanierungskonzept versucht, die Schließung abzuwenden. Die Umsetzung des Konzeptes ist gescheitert.

Durch die Spekulationen um die finanzielle Lage der Kasse und des Erhebens des maximalen Zusatzbeitrages von 15 Euro kam es im ersten Quartal 2011 zu einer hohen Kündigungswelle von Mitgliedern.
Durch die damit ausbleibenden Beitragszahlungen wurde die finanzielle Lage natürlich verschärft. Die Struktur der Mitglieder war ohnehin für die City BKK schwierig. Sie setzte sich zusammen aus nur wenigen einkommensstarken Mitgliedern und Mitgliedern mit hohen Arztrechnungen. Somit entstand ein Prozess, der durch wenig Einnahmen und hohe Ausgaben geprägt war und die Situation ohnehin schon angespannt.

Wird die Kasse zum 01. Juli geschlossen, sind auch die Forderungen von Ärzten, Krankenkassen und Apotheken gesichert. Andere Betriebskrankenkassen werden einspringen. Erst wenn alle Forderungen von Gläubigern nachgekommen ist, wird das Abwicklungsstadium beendet sein.

Für die Versicherten war es sicherlich ein kleiner Schock. Aber sie können unbesorgt sein, denn sie bleiben weiterhin lückenlos versichert, müssen sich aber zum 01. Juli 2011 eine neue Versicherung suchen. Jede gesetzliche Kasse muss Interessenten unabhängig von Erkrankung oder Alter aufnehmen.
Allerdings bringt ein Vergleich von Zusatz- und Bonusprogrammen der Kassen Vorteile, denn die gesetzlichen Leistungen sind zu 95 % gleich.

Wenn die Versicherten sich nicht selbst kümmern können oder wollen, wird die Ummeldung automatisch erledigt. Arbeitgeber können die Anmeldung bei einer neuen Krankenkasse übernehmen. Die Ummeldung für Arbeitslose übernimmt die Bundesagentur für Arbeit. Für Rentner wird der Rententräger tätig.