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Ein neuer Lebensmittel-Skandal ist perfekt. Maden im Mehl und Mäusekot in der Backfabrik? Das klingt zwar unglaublich, ist aber der bittere Geschmack der Wahrheit. Auch wenn sich die Verbraucher über den Geschmack der Backwaren nicht beschwerten, muss das Unternehmen Müller-Brot Insolvenz anmelden. Das ist das Ergebnis aus einer Lebensmittelkontrolle, welche vor rund zwei Wochen einen Produktionsstopp verhängt hatten. Nachdem nun Großabnehmer wie Lidl oder Aldi keine Produkte mehr von dem Unternehmen verkauften, müssen nun 1100 Mitarbeiter um ihren Arbeitsplatz bangen.

Der Chef des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsichert (LGL) Andreas Zapf erklärte, dass seit 2009 immer wieder auf dem 55.000 Quadratmeter großen Produktionsgelände Schmutz und Schaben entdeckt worden seien. In fertigen Erzeugnissen der Großbäckerei sei jedoch alles in Ordnung gewesen. Durch den Umsatzeinbruch sah sich die Geschäftsführung von Müller-Brot dazu gezwungen, die Insolvenz für das Unternehmen zu stellen. Wie es in Zukunft mit der Produktion von Backwaren beim Unternehmen weitergeht, hängt letztendlich von den Lebensmittelkontrolleuren ab. Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft, da in der Vergangenheit bereits mehrfach Zutaten zur Herstellung von Backerzeugnissen vernichtet werden mussten. Hubert Ampferl, der vorläufig als Insolvenzverwalter bestellt wurde, hat bereits jetzt für die Wiederaufnahme die Gelder der Produktion freigegeben, sollte dies seitens des LGL gestattet werden.

Bezüglich der auf dem Spiel stehenden Arbeitsplätze äußerte sich der Vertreter der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten Mustafa Öz besorgt. So sei es eine „Katastrophe“, wenn der Betrieb von den Behörden nicht mehr freigegeben würde. Insgesamt müssen 1100 Beschäftige um den Verlust des Arbeitsplatzes bangen. Regelmäßig sei auf Lohnerhöhungen und Urlaubsgelder zugunsten des Unternehmens verzichtet worden. Derweil hat Mehrheitseigentümer Klaus Ostendorf beteuert, dass umfangreiche Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung ergriffen werden, damit eine Insolvenz abgewendet werden könne.