wirtschaft-infos.de

Aktuelle Informationen aus der Wirtschaft für Arbeitgeber

Der Internethandel mit Waren und Dienstleistungen boomt weltweit mit zweistelligen Wachstumsraten und lässt sich weder von Finanz- noch Wirtschaftskrisen aufhalten. Neben den großen Namen Amazon und eBay ist vor allem Groupon oft in den Schlagzeilen. Entweder aufgrund unzufriedener Kunden in Deutschland und Unternehmen, die sich stark benachteiligt fühlen oder wie kürzlich durch die von Börsianern negativ eingeschätzten Quartalsberichte.

Im November 2008 ist Groupon bei einem hohen Medieninteresse und einem Startpreis von 20 US-Dollar an die Börse gegangen. Vor ein paar Tagen sorgte der aktuelle Quartalsbericht jedoch für einen nachbörslichen Absturz des Wertpapiers auf unter 6 Dollar. Die Anteilseigner haben deutlich bessere Zahlen erwartet, dabei konnte der Gutschein-Händler einen gesteigerten Umsatz von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal und 28 Millionen Dollar Gewinn vermelden.

Verschiedene Gründe sorgen dafür, dass die Aktie von Groupon momentan lieber abgestoßen wird. Einerseits wurde ein noch höheres Wachstum erwartet und der schmale Gewinn wurde größtenteils durch Aktientausch mit chinesischen Unternehmen erzielt – nicht nur durch die Geschäftstätigkeit. Andererseits ist das Misstrauen in die New Economy derzeit besonders hoch. Weder Amazon noch Facebook erzielen Gewinne, die eine zufriedenstellende Dividende für die Aktie ermöglichen würde. Viele Anleger sind auch zu kurzsichtig, denn viele Internet-Unternehmen wie eben auch Groupon investieren derzeit stark – der Wettbewerbsdruck hat sich extrem verschärft und das Geschäftsmodell wird ausgeweitet.

Dass die Aktie von Groupon an der Börse einen Wertverlust von ca. 70 Prozent erleiden musste, hängt aber auch stark vom Geschäftsmodell von Groupon ab, welches personalintensiv ist und derzeit zu wenig Gewinn übrig lässt. Viele Anleger zweifeln daran, dass sich dies verbessert. Schon jetzt stehen die hohen Provisionen von bis zu 50 Prozent des Kaufpreises für die „Deals“ in der Kritik, die für die Börse jedoch nicht hoch genug erscheinen. Langfristig jedoch kann Groupon durchaus eine „Cash-Cow“ werden, wenn man dem Unternehmen die benötigte Zeit gibt, die Infrastruktur auszubauen.

Kategorie: Allgemein
Tags: , , ,