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Nach fünf Jahren Amtszeit ist Schluss. Weltbank-Präsident Robert Zoellick hat seinen Rücktritt zum 30. Juni 2012 angekündigt. Wer sein Nachfolger wird, steht noch nicht fest. Amerikanische Medien spekulieren auf US-Außenministerin Hillary Clinton oder Larry Summer, ehemaliger Wirtschaftsberater der US-Regierung. Clintons Sprecherin gab jedoch bereits an, dass Hillary Clinton nicht kandidieren werde.

Zoellick übernahm 2007 das Amt des Weltbankpräsidenten, nachdem sein Vorgänger Paul Wolfowitz wegen einer Begünstigungsaffaire zurücktreten musste. Zuvor war der US-Politiker Manager im Unternehmen Goldman-Sachs. Unter George W. Bush war er als Außenhandelsbeauftragter für die Verhandlungen zwischen der Welthandelsorganisation WTO und China sowie Taiwan verantwortlich. Beide asiatischen Länder wurden anschließend erfolgreich in die WTO aufgenommen. Eine wichtige Rolle spielte er nicht nur in Unternehmen, sondern auch in Deutschland als Chefunterhändler der USA für die deutsche Einheit. In der EU war Zoellick führender Ansprechpartner in Handelsfragen. Welche Pläne Zoellick nach seinem Rücktritt hat, ist bisher nicht bekannt. „Es ist für mich an der Zeit weiterzuziehen“, erklärte der 58 jährige Zoellick. Ob er wieder eine führende Rolle in einem Unternehmen übernehmen wird, äußerte er nicht.

Die WTO wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ins Leben gerufen. Sie hatte sich zum Ziel gesetzt, den Wiederaufbau zu fördern. Zusammen mit der Schwesternorganisation IWF (Internationale Währungsfonds) sollten stabile Währungen geschaffen werden. Seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts hat die WTO ihr Hauptaugenmerk auf die Entwicklungshilfe gelegt. Den Posten des Weltbank-Präsidenten übernimmt traditionell ein Amerikaner, weshalb nach Zoellicks Rücktritt sehr wahrscheinlich wieder ein amerikanischer Staatsbürger die Präsidentschaft übernehmen wird.