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Die Bankenlandschaft ist seit längerem in Bewegung, ganz besonders im Hinblick auf die Landesbanken. Schon im Jahr 2008 hat der rheinische Sparkassenchef Michael Breuer im Manager Magazin seine Meinung zum Ausdruck gebracht, dass es in fünf Jahren (also bis 2013) nur noch ein bis zwei dieser Institute geben werde. Auch der Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) betont immer wieder, dass es einen Zusammenschluss von Landesbanken geben müsste, um deren Profitabilität zu erhöhen. Indirekt weist er also auf die Notwendigkeit hin, einen Verkaufsprozess zu starten.

Oftmals fusionieren kleine Landesbanken mit großen, so dass wesentliche Fragen einfach beantwortet werden können. Für die jeweiligen Landespolitiker stehen die Fragen des Erhalts der Arbeitsplätze der „eigenen“ Landesbank sowie auch der Geschäftssitz bei den Verhandlungen im Vordergrund. Da sowohl die WestLB und auch die BayernLB im Wesentlichen die gleichen Tätigkeiten als Dienstleister für die Sparkassen des jeweiligen Bundeslandes bzw. Einzugsgebietes ausüben, ergäbe sich hier erhebliches Rationalisierungspotential aus der Hebung von Synergien. Denn bei der Fusion zwischen BayernLB und WestLB geht es nicht um die Erschließung von neuen Märkten, wie damals beim Kauf der österreichischen HypoAlpeAdria Group (HGAA). Auch deshalb kam der Verkaufsprozess nicht über die ersten Verhandlungen der Vorstände hinaus, denn das Zusammengehen beider Unternehmen bringt lt. Presseberichten keine neuen strategischen Optionen. Weder die BayernLB oder die WestLB haben wesentliche Geschäftsbereiche oder Spezialisierungen, die die andere Bank eben nicht hat.

Zudem wurde im Februar 2010 der Untersuchungsausschuss des Landtages in Bezug auf die missglückte Übernahme der HGAA durch die Bayern LB eingesetzt, der den Milliardenschaden für den Steuerzahler beleuchten soll und der die damaligen Entscheidungen immer noch untersucht. Auch aus diesem Grunde ist das Management der BayernLB nicht dazu bereit, zusätzliche Risiken zu übernehmen. Darüber hinaus sind noch nicht alle Risiken der Finanzkrise verdaut und die Abarbeitung der Wertpapiere in einer Bad Bank noch nicht voll abgeschlossen.

Insgesamt gesehen zu viele unbekannte Variablen für den Fall einer Fusion und eine zu geringe Innovation durch die Fusion führten dazu, dass der Verkaufsprozess der WestLB mit jemand anderem, als der BayernLB fortgesetzt werden muss. Offensichtlich hat man in München aus den Fehlern der Übernahme der HGAA gelernt.

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