wirtschaft-infos.de

Aktuelle Informationen aus der Wirtschaft für Arbeitgeber

Neben den ursprünglichen fünf Nobelpreisen wird seit 1969 auch der Wirtschaftsnobelpreis verliehen. Dieser hoch renommierte Preis mit dem sperrigen Langnamen „Preis für Wirtschaftswissenschaften der schwedischen Reichsbank in Gedenken an Alfred Nobel“ wird nach den gleichen Vergaberichtlinien wie die anderen Nobelpreise verliehen, ist aber eine eigenständige, von Schwedens Nationalbank getragene Stiftung.

Neben dem Zypern-Briten Christopher Pissarides (62) werden am 10.Dezember die US-Forscher Dale Mortensen (71) und Peter Diamond (70) den Preis in Stockholm überreicht bekommen.

Die drei Forscher erhalten den Preis für ihren Beitrag zur Erforschung der Ursachen von bestimmten Formen der Arbeitslosigkeit. Zentrale Fragenstellungen: Warum gibt es trotz hoher Arbeitslosenquote oft viele offene Stellen auf dem Arbeitsmarkt? Wieso bleibt die Arbeitslosigkeit trotz einsetzendem Wirtschaftsaufschwung so oft auf hohem Niveau?

Das seit den 1980er Jahren von den Geehrten entwickelte Modell hat die neoklassische Sichtweise differenziert, nach der der Arbeitsmarkt nach dem Automatismus von Angebot und Nachfrage funktioniert. Anhänger dieses Modells der klassischen Marktkräfte halten Arbeitsmarkt regulierende Politik zumeist für überflüssig.

Die Forscher Diamond, Mortensen und Pissarides haben bei ihrer Analyse aber festgestellt, dass diese Vorstellung wie Arbeitgeber und Arbeitssuchende zusammen kommen sollen, zu grobrasterig ist. Nach ihrem „Suchtheorie“ genannten Ansatz sind aus ganz unterschiedlichen Gründen ständig Menschen auf der Suche nach Arbeit und Betriebe auf der Suche nach passenden Arbeitnehmern. Das im Detail sehr komplizierte Problem ist vor allem, die beiden Parteien zueinander zu bringen, um neben der marktbedingten Arbeitslosigkeit die durch Informations- und Kommunikationsmängel verursachte Arbeitslosigkeit zu minimieren. Das „Diamond-Mortensen-Pissarides-Modell“ hat dazu geführt, dass Staat und Wirtschaft sich zunehmend von der neoklassischen Methode verabschiedet haben und nach suchtheoretischen Ansätzen umfassende Informationsangebote wie Berufsinformationszentren und Jobbörsen zur Verfügung stellen.